Sie sind winzig, haben keine Augen und ernähren sich nur von Blut: Zecken. Nach einem Tag in der Natur sollte man sich deshalb gut nach ihnen absuchen. Warum, erklärt dieser Text.
Vom Ei zur erwachsenen Zecke
Zecken saugen das Blut von Vögeln und Säugetieren, zum Beispiel von Hunden oder Menschen. Im Herbst legen sie sehr viele Eier. Wenn es im Frühling wärmer wird, schlüpfen daraus Larven mit sechs Beinen. Nach einer Mahlzeit aus Blut wird die Larve zu einer Nymphe mit acht Beinen, und nach einer weiteren Blutmahlzeit ist die Zecke erwachsen. Ein erwachsenes Weibchen kann bei einer einzigen Mahlzeit 100- bis 200-mal schwerer werden!
Ein Jäger, der wartet
Die häufigste Zecke in Europa heißt Gemeiner Holzbock. Sie kann nichts sehen. Stattdessen hat sie an den Vorderbeinen ein besonderes Organ, mit dem sie Stoffe wahrnimmt, die Menschen und Tiere beim Atmen, Schwitzen oder Pinkeln abgeben. Der Holzbock lauert in hohem Gras oder in Büschen und streckt die Vorderbeine in die Luft. Kommt ein Mensch oder Tier vorbei, klammert er sich blitzschnell an ihm fest.
Zecken beißen übrigens nicht, sie stechen. Ihr Stachel ist sogar dicker als der einer Mücke. Trotzdem merkt man den Stich nicht: Im Speichel der Zecke ist ein Betäubungsmittel, deshalb tut er nicht weh und juckt nicht.
Warum Zecken gefährlich sein können
Zecken können Bakterien und Viren übertragen, die schwere Krankheiten auslösen. Die bekanntesten sind Borreliose und FSME, eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Die FSME-Viren gelangen sofort beim Stich in den Körper. Gegen FSME kann man sich aber impfen lassen. Bei Borreliose ist es anders: Die Zecke muss lange saugen, das Risiko steigt nach etwa zwölf Stunden. Wer eine Zecke schnell entfernt, ist also besser geschützt.
Und wenn man eine Zecke findet? Keine Panik, aber schnell handeln: Mit einer Pinzette nah an der Haut greifen und die Zecke gerade herausziehen, ohne ihren Körper zu zerquetschen. Danach die Stelle desinfizieren und beobachten. Bildet sich ein roter Ring, der größer wird, oder bekommt man Fieber, muss man zum Arzt. Am besten ist es, sich zu schützen: lange Kleidung tragen, die Hose in die Socken stecken und nicht durch hohes Gras laufen. Auch manche Sprays helfen, denn Zecken mögen ihren Geruch nicht.