Im Oktober sieht der Wald aus wie gemalt: gelb, orange und rot. Aber was passiert da eigentlich mit den Bäumen? Und was tut der Wald für uns Menschen?
Warum die Blätter bunt werden
Ein Baum braucht Zucker, damit er leben und wachsen kann. Diesen Zucker stellt er selbst in seinen Blättern her – mit Sonnenlicht und mit Chlorophyll. Das ist ein grüner Farbstoff, der die Blätter grün macht. Im Mai leuchten sie hellgrün, im Sommer werden sie dunkler und fester.
Ab dem Spätsommer werden die Tage kürzer. Für die Laubbäume ist das ein Signal: Bald kommt der Winter. Bei so wenig Licht lohnt sich die Arbeit mit dem Chlorophyll nicht mehr, und der Baum produziert immer weniger davon. Jetzt sieht man die gelben und roten Farbstoffe. Sie waren die ganze Zeit im Blatt, nur hat das Grün sie verdeckt.
Über ihre Blätter verdunsten Bäume viel Wasser. Im Winter ist der Boden oft gefroren, und die Wurzeln bekommen kaum noch Wasser. Deshalb werfen die Laubbäume ihre Blätter ab – oft nach dem ersten Frost.
Wälder in Deutschland
In den deutschen Wäldern wachsen etwa 90 Milliarden Bäume. Mehr als die Hälfte davon sind Nadelbäume: Fichten, Kiefern und Lärchen. Die Natur allein würde hier mehr Laubbäume wachsen lassen. Aber lange hat man vor allem Nadelbäume gepflanzt, denn sie galten als robuster. Heute pflanzt man wieder lieber Laubbäume, zum Beispiel Buchen und Eichen.
Typisch für Mitteleuropa ist der Mischwald: Dort stehen Laub- und Nadelbäume zusammen. An Flüssen und Bächen wachsen Auwälder mit Weiden und Eschen. Und in den Bergen, zum Beispiel in den Alpen, gilt: Je höher man kommt, desto mehr Nadelbäume sieht man.
Wirklich wild ist der deutsche Wald fast nirgends. Die meisten Wälder werden bewirtschaftet: Die Bäume wachsen etwa hundert Jahre, dann fällt man sie und verkauft das Holz. Jedes Jahr sind das mehrere Hunderttausend Bäume. Damit die Wälder nicht kleiner werden, pflanzt man an ihrer Stelle neue Bäume. Das nennt man aufforsten.
Mehr als Holz
Der Wald ist auch ein großes Zuhause: In deutschen Wäldern leben etwa 6700 Tierarten, vom kleinen Käfer bis zum großen Rothirsch. Jedes Stockwerk des Waldes hat eigene Bewohner – am Boden, in den Büschen und ganz oben in den Baumkronen. Außerdem filtern die Bäume Wasser und Staub, sie nehmen Kohlendioxid auf und produzieren Sauerstoff. Das dichte Grün dämpft sogar den Lärm. Kein Wunder, dass ein Spaziergang im Wald gute Laune macht.