Deutschland ist ein reiches Land. Trotzdem haben Kinder und Jugendliche hier mehr Probleme als in vielen anderen reichen Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt das Kinderhilfswerk Unicef in einer neuen Studie.
Unicef hat 37 Länder verglichen. Untersucht wurde zum Beispiel, wie gut Kinder in der Schule lernen, wie gesund sie sind und wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind. Deutschland ist nur auf Platz 25 – also eher im hinteren Teil der Liste. Länder wie Dänemark oder die Niederlande kümmern sich besser um junge Menschen.
Die größten Probleme gibt es in der Schule. Nur sechs von zehn Jugendlichen erreichen beim Lesen und in Mathe die Mindestanforderungen. Besonders schwer haben es Kinder aus ärmeren Familien. Sie haben oft schlechtere Chancen als Kinder aus wohlhabenden Familien, sie sind seltener gesund und seltener zufrieden. In Deutschland ist ungefähr jedes siebte Kind von Einkommensarmut betroffen – seiner Familie steht also sehr wenig Geld zur Verfügung.
Neu ist das alles nicht. Die Professorin Kathinka Beckmann, die zum Thema Kinder- und Jugendhilfe forscht, ist deshalb wütend: Man kennt die Probleme seit vielen Jahren, aber man nimmt sie einfach hin. Ihrer Meinung nach werden die Kinderrechte in Deutschland nicht gut umgesetzt, zum Beispiel das Recht auf Schutz vor Gewalt. Auch ein Ausschuss der Vereinten Nationen hat Deutschland deshalb schon vor Jahren kritisiert. Er machte sich große Sorgen, weil es in Deutschland so viel Gewalt gegen Kinder gibt.
Was soll sich ändern? Unicef fordert von der Politik mehr Einsatz für Kinder: bessere Schulen, mehr Unterstützung für arme Familien und gleiche Chancen für alle – egal, wie viel Geld die Eltern haben.