Robert Seethaler ist Schriftsteller, Schauspieler und Drehbuchautor. Er wurde am 7. August 1966 in Wien geboren.
Schon als Kind hatte Seethaler eine Sehbehinderung. Deshalb besuchte er zuerst eine Grundschule für Kinder, die schlecht sehen. Nach mehreren Operationen an den Augen konnte er auf ein Gymnasium gehen. Mit fünfzehn Jahren hat er die Schule aber wieder verlassen.
Später hat er in Wien Schauspiel studiert und in vielen Filmen und Fernsehserien mitgespielt. Heute steht er nicht mehr auf der Bühne. Nur manchmal spielt er noch in einem Film mit.
Sein erster Roman „Die Biene und der Kurt“ ist 2006 erschienen und hat gleich einen Preis bekommen. Insgesamt hat Seethaler in 20 Jahren zehn Romane geschrieben. Seine Bücher sind in über 40 Sprachen übersetzt.
Sein bekanntestes Buch ist „Der Trafikant“ (2012). Die Handlung spielt Ende der 1930er-Jahre in Wien. Der 17-jährige Franz kommt aus einem kleinen Dorf in die Stadt und macht eine Lehre in einer Trafik. Dort trifft er viele interessante Menschen, zum Beispiel den berühmten Psychoanalytiker Sigmund Freud. Doch dann kommen die Nationalsozialisten nach Österreich, und viele Stammkunden der Trafik sind in Gefahr. 2017 wurde der Roman verfilmt.
Auch andere Romane sind sehr erfolgreich. „Ein ganzes Leben“ (2014) schildert das Leben eines Mannes in den Bergen, von seiner Kindheit bis zu seinem Tod. Mit diesem Buch war Seethaler 2016 für den International Booker Prize nominiert. Für „Das Café ohne Namen“ (2023) kam er als erster deutschsprachiger Autor in das Finale von zwei wichtigen französischen Literaturpreisen. In seinem neuesten Buch „Die Straße“ (2026) beobachtet er ein Jahr lang eine ganz normale Straße und ihre Bewohner.
Und seine Augen? Seethaler sagt, gerade weil er schlecht sieht, kann er eigene Bilder im Kopf erschaffen. Er sieht eher „nach innen“ – und kann Menschen oft besser erfassen, wenn er sie nicht ansieht.