Pikachu, Schiggy, Glurak – diese Namen kennen Kinder und Erwachsene auf der ganzen Welt. Vor 30 Jahren kam in Japan das erste Pokémon-Spiel heraus. Aber wie hat alles angefangen?
Die Geschichte beginnt mit einem Hobby. Als Kind hatte der Japaner Satoshi Tajiri den Spitznamen „Dr. Bug“, also „Doktor Käfer“, denn er fing sehr gern Insekten. In Japan ist das bei Kindern beliebt, besonders in den Sommerferien. Tajiri hatte dafür sogar eigene Tricks: Zum Beispiel legte er Steine unter Bäume – er hatte bemerkt, dass sich Käfer dort gern zum Schlafen verstecken.
1989 gründete Tajiri eine Spielefirma. Die ersten Spiele hatten keinen großen Erfolg. Dann erinnerte er sich an sein Kinderhobby und dachte: Warum nicht ein Spiel, in dem man Wesen fängt und sammelt? So entstand Pokémon. Das Wort ist eine Abkürzung für „Pocket Monsters“, auf Deutsch „Taschenmonster“. Am Anfang gab es 151 Pokémon, heute sind es mehr als 1000. Das bekannteste ist Pikachu, das gelbe Pokémon mit den roten Wangen.
Das erste Spiel erschien 1996 für den Game Boy, in einer roten und einer grünen Edition. In jeder Version gab es einige Pokémon, die in der anderen fehlten. Im Spiel ist man ein Junge mit einem großen Ziel: Er will der beste Pokémon-Trainer werden. Wilde Pokémon bekämpft man, bis sie schwach sind, und fängt sie dann mit einem Pokéball. Jedes Pokémon gehört zu einem Typ, zum Beispiel Feuer, Wasser oder Pflanze. Feuer ist stark gegen Pflanze, aber schwach gegen Wasser – fast wie bei „Schere, Stein, Papier“. Wer gewinnen will, braucht ein Team, in dem sich die Typen gut ergänzen.
In Japan lösten die Spiele einen Hype aus. Ende der 1990er-Jahre kamen sie auch nach Europa. Heute gibt es Filme, Serien, Bücher, Mangas, Spielzeug und ein Sammelkartenspiel. Manche spielen damit bei Turnieren, andere sammeln die Karten nur, weil sie schön sind. Und einige hoffen auf viel Geld: Die seltenste Karte, die „Pikachu Illustrator“, gibt es nur etwa 40-mal. Im Februar 2026 wurde eine davon in den USA für umgerechnet 14 Millionen Euro verkauft. Die meisten Karten sind aber nur ein paar Cent wert.
Auch in Deutschland haben Pokémon viele Fans. Der elfjährige Jossi aus Berlin sammelt zusammen mit einem Freund Tausende Karten. Er warnt aber: Das Öffnen der Kartenpäckchen ist ein bisschen wie ein Glücksspiel, man muss aufpassen. Zurzeit kaufen die beiden keine neuen – sie haben erst einmal genug. Marlene, 13, aus Buchloe in Bayern spielt in einem Verein. Im Februar war sie sogar bei der Europameisterschaft in London – als eine der jüngsten Teilnehmerinnen in ihrer Altersgruppe. Eine Studie zeigt übrigens, dass sich Pokémon-Fans weniger allein fühlen: Gemeinsam etwas zu schaffen, verbindet.