An der Nordsee und an der Ostsee sieht man ihn an fast jedem Strand: den Strandkorb. Er ist ein Stuhl, ein Haus und ein kleines Wohnzimmer – alles in einem.
Ein Strandkorb ist ein großer Sitz für zwei Personen, mit einem Dach und Wänden an den Seiten. Man kann einen Strandkorb mieten, meistens pro Tag. Das kostet oft etwa 15 Euro. Dafür bekommt man einen Schlüssel und kann den Korb aufschließen – fast wie ein kleines Haus.
Ein guter Strandkorb kann viel. Er hat kleine Tische, die man aufklappen kann, zum Beispiel für eine Thermoskanne. Für die Füße gibt es Fußstützen zum Herausziehen. Den Korb kann man drehen, so sieht man immer in die schönste Richtung. Und für einen Mittagsschlaf kann man ihn fast wie ein Bett nach hinten stellen.
Warum ist der Strandkorb gerade an der Ostsee so beliebt? Dabei ist die Ostsee für einen Strandurlaub eigentlich nicht ideal. Das Wasser ist kalt, oft gibt es viel Wind, und die Sonne sieht man auch nicht jeden Tag. Im Strandkorb ist das egal: Der Korb schützt vor Wind und Regen und sogar vor Möwen, die Hunger haben.
Im Strandkorb kann man stundenlang ein Buch lesen oder einfach aufs Meer schauen. Durch das Dach und die Seitenwände sieht das Meer aus wie ein Bild in einem Rahmen – ein bisschen wie ein ruhiges Programm im Fernsehen: Wellen, Möwen und ein paar mutige Menschen im kalten Wasser. Manche Orte haben sogar ein Kino am Strand, und man sitzt im Strandkorb vor der großen Leinwand.
Ein Ehepaar aus München hatte nach einer Woche an der Ostsee eine Idee: Ein Strandkorb für den eigenen Balkon! Dann hätte man das ganze Jahr Urlaubsgefühl. Aber auf dem Balkon schaut man nur auf eine Wand oder auf die Häuser gegenüber. Und für die Liegeposition ist nicht genug Platz. Am Ende war klar: Ein Strandkorb gehört an den Strand und nicht auf den Balkon.