Hamburg ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands und liegt an der Elbe, nicht weit von der Nordsee. Wer hier ankommt, hört oft zuerst einen kurzen Gruß: „Moin!“ – egal, ob morgens oder abends. Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt.
Viele Gäste kommen wegen eines Musicals. Seit 25 Jahren läuft am Hafen „König der Löwen“ – für die Welt der Shows ist das extrem lang. Im Stück verliert der junge Löwe Simba seinen Vater und muss danach seinen eigenen Weg im Leben finden. Ein Schauspieler ist von Anfang an dabei: Joachim Benoit spielt seit der ersten Vorstellung den Vogel Zazu, inzwischen über 8500-mal. Das Team ist international. Viele Darsteller kommen aus dem Ausland und haben extra für das Musical Deutsch gelernt.
Nach der Show nehmen viele Zuschauer die Fähre über den Fluss – für Musicalgäste ist sie kostenlos. Auf der anderen Seite steht die Elbphilharmonie, ein Konzerthaus, das die Hamburger kurz „Elphi“ nennen. Von ihrer Plattform sieht man den ganzen Hafen mit seinen Containerschiffen. Nur Videos mit dem Handy sind hier schwierig: Fast immer weht ein starker Wind, und man versteht kaum ein Wort.
Heute ist die Elphi sehr beliebt, aber sie ist auch umstritten. Geplant waren 77 Millionen Euro, am Ende hat der Bau rund 866 Millionen gekostet. Die New York Times hat sie deshalb zu den umstrittensten Gebäuden der Welt gezählt. Viele Hamburgerinnen und Hamburger haben gegen die hohen Kosten protestiert.
Proteste haben in Hamburg Tradition. In Vierteln wie St. Pauli oder dem Schanzenviertel gibt es eine große alternative Szene. Früher haben Menschen dort leere Häuser besetzt, um gegen teure Wohnungen zu protestieren, in denen niemand wohnte. Ein bekanntes Beispiel ist die Rote Flora, ein autonomes Kulturzentrum. In der „Schanze“ findet man heute kleine Läden mit Secondhand-Mode, Imbisse und viele junge Leute.
Ein besonderer Ort in St. Pauli ist ein riesiger Bunker. Im Zweiten Weltkrieg hat er Menschen vor Bomben geschützt. Heute sind darin Medienfirmen und ein Musikklub, und vom Dach hat man einen schönen Blick über die Stadt. Ganz in der Nähe steht das Millerntor-Stadion des FC St. Pauli. In Hamburg ist Fußball ein großes Thema – man ist entweder für den HSV oder für St. Pauli.
Zum Schluss eine Zahl, die viele überrascht: Hamburg hat rund 2500 Brücken. Das sind mehr als in Venedig oder Amsterdam. Damit hält Hamburg den Rekord in Europa; nur New York hat mit etwa 2800 Brücken noch mehr.