Der 3. Oktober ist in Deutschland ein Feiertag: der Tag der Deutschen Einheit. Bis 1990 gab es zwei deutsche Staaten – im Westen die Bundesrepublik, im Osten die DDR. Wie haben die Menschen in der DDR gelebt?
Die DDR, die Deutsche Demokratische Republik, entstand am 7. Oktober 1949 in der sowjetischen Besatzungszone. Freie Wahlen gab es nicht. Nur eine Partei hatte die Macht: die SED. Ihr Chef war auch der wichtigste Mann im Staat – bis 1971 Walter Ulbricht, danach Erich Honecker.
Viele Geschäfte, Firmen und Mietshäuser gehörten dem Staat. In den ersten Jahren gab es manche Lebensmittel nur mit Lebensmittelkarten. Später waren viele Dinge billig, weil der Staat einen Teil bezahlte. Arbeit gab es für alle, auch für Frauen: 1989 waren in der DDR über 91 Prozent der Frauen berufstätig, in der Bundesrepublik nur etwa die Hälfte.
Schon die Kleinsten sollten die Werte des Sozialismus lernen. Schon als Babys konnten Kinder in die Kinderkrippe gehen, danach in den Kindergarten und in die Polytechnische Oberschule (POS). Die Jugendorganisation hieß FDJ – Freie Deutsche Jugend. Nur wenige durften studieren: Man brauchte ein gutes Abitur und musste Mitglied in der FDJ sein.
Bücher, Zeitungen und Filme kontrollierte der Staat, bevor sie erschienen. Kritik am System war verboten. Die Geheimpolizei, die Stasi, beobachtete die Menschen. Sie hatte rund 100 000 Mitarbeiter und etwa 200 000 inoffizielle Helfer. Diese bespitzelten Kollegen, Freunde und sogar die eigene Familie.
Im Herbst 1989 hatten viele Menschen genug. Sie gingen auf die Straße und riefen „Wir sind das Volk!“ und „Keine Gewalt!“. Heute nennt man diese Proteste die Friedliche Revolution. Am 18. Oktober trat Honecker zurück, am 9. November fiel die Mauer. Am 3. Oktober 1990 wurde die DDR ein Teil der Bundesrepublik – das war die Wiedervereinigung.
Schon kurz danach vermissten manche Ostdeutsche typische Produkte und Gewohnheiten aus der DDR. Für dieses Gefühl gibt es ein eigenes Wort: „Ostalgie“.