Emile ist 15 Jahre alt und spielt Hockey in Hamburg. Im Februar ist er mit seiner Mannschaft Deutscher Meister im Hallenhockey geworden – und im Finale hat er selbst ein Tor geschossen.
Zum Hockey kam Emile schon als kleiner Junge. Gegenüber von seinem damaligen Zuhause trainierte eine Mannschaft auf einem Rasenplatz, und er schaute oft zu. Die Ausrüstung fand er sofort toll: Schienbeinschoner, Mundschutz, ein Handschuh für die linke Hand und natürlich der Schläger. Heute spielt er in der Jugendmannschaft des Harvestehuder THC, eines Bundesligavereins in Hamburg.
Das Finale um die Deutsche Meisterschaft hat sein Team 2:1 gewonnen. Vor dem Spiel war Emile aufgeregt, aber eher vor Freude als vor Angst. Bei einem normalen Spiel begrüßen sich die Teams kurz an der Mittellinie. Im Finale dagegen liefen alle gemeinsam aufs Feld, jeder Spieler wurde mit Namen vorgestellt, und die Nationalhymne wurde gespielt. Den Sieg verdankt die Mannschaft aber nicht einem einzelnen Spieler, findet Emile. Hockey ist für ihn ein echter Teamsport: Alle kennen sich gut, helfen und motivieren sich gegenseitig.
An seinem Sport mag Emile, dass man kaum Kraft braucht. Wichtiger sind die Technik und eine gute Hand-Auge-Koordination. Hockey ist schnell und abwechslungsreich, und man muss taktisch denken. Fußball im Fernsehen schaut er dagegen selten. Ihn stört, dass manche Fußballer Zeit vertrödeln, obwohl sie gar nicht verletzt sind. Beim Hockey geht das nicht: Die Uhr wird angehalten, und wer wirklich verletzt ist, wird sofort ausgewechselt.
Im Winter spielt Emiles Team in der Halle, im Sommer draußen auf Kunstrasen. Auf dem Feld, das etwas kleiner ist als ein Fußballfeld, spielen zehn gegen zehn plus Torwart, ein Spiel dauert 60 Minuten. In der Halle hat jede Mannschaft nur fünf Spieler plus Torwart. Dort muss der Ball flach am Boden bleiben, außer bei einem Schuss aufs Tor. Auf dem Feld darf man ihn dagegen mit dem Schläger in die Luft heben – das nennt man „3D-Hockey“. Emile übt das viel, deshalb spielt er etwas lieber Feldhockey.
In der nächsten Saison will das Team seinen Titel verteidigen. Dafür trainiert es mindestens dreimal pro Woche, am Wochenende gibt es meistens ein Spiel. Emile trainiert außerdem einmal pro Woche mit der Hamburger Auswahlmannschaft, in der die besten jungen Spieler der Stadt sind. Sein großer Traum ist die Nationalmannschaft.