Wie viele Bücher, Zeitungen und Tonaufnahmen passen in eine Bibliothek? Bei den größten Bibliotheken der Welt geht es um viele Millionen Medien – so viele, dass man sie nur schätzen kann.
Ganz oben auf der Liste steht die British Library in London, die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs, mit rund 200 Millionen Medien. Sie sammelt nicht nur Bücher aus allen Zeiten, Ländern und Sprachen, sondern auch Zeitschriften, Zeitungen, Tonaufnahmen, Patente, Landkarten, Briefmarken und sogar Gemälde. Zu ihren Schätzen gehört eine Originalausgabe von Shakespeares Werken aus dem Jahr 1623. Der Zutritt zum Lesesaal ist kostenlos – nur leise muss man sein.
Die British Library ist eine sogenannte Pflichtexemplarbibliothek: Sie bewahrt jedes Buch und jede Zeitung auf, die in Großbritannien, Nordirland oder in der Republik Irland erscheinen. Weil man die genaue Zahl ihrer Medien nie ganz kennt, macht ihr die Kongressbibliothek in Washington, D. C. mit etwa 178 Millionen Medien immer wieder den ersten Platz streitig.
Auf den Plätzen drei bis fünf folgen die Türkische Nationalbibliothek in Ankara mit 142 Millionen, die Russische Staatsbibliothek in Moskau mit 126 Millionen und die Shanghai-Bibliothek in China mit 58 Millionen Medien. Platz sechs belegt die New York Public Library mit 55 Millionen.
Auf Platz sieben steht die Deutsche Nationalbibliothek mit rund 53 Millionen Medien. Sie hat gleich zwei Standorte: Frankfurt am Main und Leipzig. Dahinter liegen die Nationale Parlamentsbibliothek Japans in Tokio und Kyoto, die Königliche Bibliothek Dänemarks in Kopenhagen und die Chinesische Nationalbibliothek in Peking. Alle Zahlen sind übrigens gerundet.
Fast alle Bibliotheken auf der Liste sind Nationalbibliotheken. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, möglichst alles zu sammeln und für die Zukunft aufzubewahren, was in ihrem Land veröffentlicht wird. So können auch spätere Generationen noch nachlesen, was heute gedacht, geschrieben und gedruckt wird.