Zwei junge Reporter, Charlotte (13) und Maximilian (10), durften Stefan Schulte ihre Fragen stellen. Er leitet seit 17 Jahren den Flughafen Frankfurt, den größten Flughafen Deutschlands.
Schon die Zahlen sind beeindruckend. Das Gelände ist ungefähr neun Kilometer lang und fünf Kilometer breit. Im letzten Jahr kamen über 63 Millionen Passagiere, und es wurden zwei Millionen Tonnen Fracht transportiert. Jeden Tag gibt es 1200 bis 1400 Starts und Landungen. Im April 2026 wurde nach rund zehn Jahren Bauzeit das neue Terminal 3 eröffnet. Es ist etwa so groß wie 25 Fußballfelder. Man hat es gebaut, weil in Zukunft noch mehr Menschen fliegen werden.
Auch Kriege verändern das Fliegen. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dürfen Flugzeuge nicht mehr über Russland fliegen. Wer von Frankfurt nach China will, muss einen Umweg über den Süden fliegen: an der Türkei, Aserbaidschan und Indien vorbei. Im Nahen Osten gibt es ebenfalls Krieg, deshalb bleibt dort nur ein Korridor, der gerade mal 40 Kilometer breit ist. Der Luftraum wird voller, und manchmal gibt es Verspätungen. Manche Menschen haben Angst, dass das Kerosin knapp wird. Schulte glaubt aber nicht, dass viele Flüge ausfallen: Nur ein Viertel bis ein Drittel des Kerosins für Deutschland kommt aus dem Nahen Osten. Vielleicht werden die Tickets aber etwas teurer.
Die Kinder wollten auch wissen, warum Essen und Getränke am Flughafen so teuer sind. Die Antwort: Jedes Brötchen und jede Flasche müssen vorher durch eine Sicherheitskontrolle. Das kostet die Cafés und Restaurants viel Geld, und einen Teil davon zahlen die Kunden. Außerdem geben Reisende am Flughafen gern Geld aus. Und warum stehen so oft Rolltreppen und Aufzüge still? Davon gibt es am Flughafen so viele, dass man nicht für alle Ersatzteile auf Lager haben kann. Deshalb repariert man zuerst die, die am meisten benutzt werden.
Fliegen ist schlecht für das Klima. Trotzdem findet Schulte es richtig, dass Menschen reisen und andere Länder kennenlernen. Der Flughafen selbst will bis 2045 keine Treibhausgase mehr ausstoßen. Er hat zum Beispiel eine fast drei Kilometer lange Solaranlage mit 37.000 Modulen. Außerdem wird dem Kerosin schon heute ein kleiner Anteil nachhaltiger Treibstoff beigemischt – hergestellt etwa aus gebrauchtem Speiseöl, Abfall oder Algen.
Und wie sieht die Zukunft aus? Roboter werden die Menschen am Flughafen nicht ersetzen, meint Schulte. Künstliche Intelligenz hilft aber schon heute, zum Beispiel bei der Suche nach verlorenen Koffern. In zehn Jahren könnten die Fahrzeuge auf dem Rollfeld ohne Fahrer fahren. Die Flugzeuge selbst werden sich nicht so schnell ändern, denn ein neues Flugzeug ist sehr teuer und fliegt 30 bis 40 Jahre lang. Kleine Flugzeuge könnten aber bald mit Batterien fliegen.