Ein Becher Schokoladeneis mit Streuseln oder ein Spaghettieis mit Erdbeersoße – in der Eisdiele ist das Eis besonders cremig. Zu Hause klappt das selten. Woran liegt das? Die Antwort hat viel mit Physik zu tun.
In der Eisdiele kann man das Eis ganz leicht zu Kugeln formen, und es schmilzt nur langsam. Eis aus dem eigenen Gefrierschrank ist dagegen oft so hart, dass man es erst ein paar Minuten antauen lassen muss.
Ein Grund ist die Temperatur. Ein Gefrierschrank zu Hause hat etwa minus 18 Grad. So kalt muss er sein, damit Fleisch, Gemüse und andere Lebensmittel viele Monate lang haltbar bleiben. Für Eis ist das aber eigentlich zu kalt. In der Eistheke ist es viel wärmer: Dort hat das Eis nur ungefähr minus 11 Grad – deshalb bleibt es weich.
Wichtig ist auch der Zucker. Er senkt den Gefrierpunkt der Flüssigkeit im Eis. Das heißt: Die Flüssigkeit wird erst bei einer tieferen Temperatur zu Eis. Dadurch entstehen keine großen Eiskristalle.
Außerdem wird das Eis in der Eisdiele frisch gemacht. Während es gefriert, wird es die ganze Zeit gerührt und gekühlt. Danach wird es schnell verkauft. So bilden sich nur ganz kleine Kristalle. Mit dem Eis zu Hause passiert oft etwas anderes: Man nimmt es aus dem Gefrierschrank, es taut ein bisschen an, und dann friert man es wieder ein. Dabei bilden sich an der Oberfläche große, harte Kristalle.
Cremiges Eis ist also vor allem eine Frage der Physik: Die Temperatur muss stimmen, und die Eiskristalle müssen möglichst klein sein.