Ohne Menschen aus anderen Ländern sähe Deutschland heute ganz anders aus. Hier sind die wichtigsten Wörter und Daten zum Thema Einwanderung.
Was bedeutet Migration?
Das Wort „Migration“ kommt aus dem Lateinischen: migrare heißt „wandern“ oder „wegziehen“. Migration ist also der Weg von Menschen von einem Ort zu einem anderen. Kommt jemand in ein Land, ist das Einwanderung. Verlässt jemand sein Land, ist das Auswanderung. Oft hört man auch das Wort Zuwanderung. Der Unterschied: Bei der Einwanderung will man meistens für immer bleiben, bei der Zuwanderung eher nur für eine gewisse Zeit.
Menschen migrieren aus verschiedenen Gründen. Man unterscheidet vier große Gruppen: Arbeit, Ausbildung, humanitäre Gründe und die Familie.
Ein Flüchtling ist kein „normaler“ Migrant. Flüchtlinge bekommen nach einem Verfahren besonderen Schutz. Asyl ist das Recht auf Schutz für Menschen, die in ihrem Land verfolgt werden oder vor einem Krieg geflohen sind. Wer kein gültiges Visum und keinen legalen Aufenthaltsstatus hat, gilt als irregulärer Migrant.
Von den Gastarbeitern bis heute
In den 1950er-Jahren fehlten in Westdeutschland viele Arbeitskräfte. Deshalb suchte die Regierung Arbeiter im Ausland. 1955 schloss die Bundesrepublik das erste Anwerbeabkommen mit Italien ab. Bis 1968 folgten Abkommen mit weiteren Ländern, zum Beispiel Griechenland, Spanien, die Türkei und Jugoslawien. Die Menschen, die so nach Deutschland kamen, nannte man „Gastarbeiter“. Ihre Zahl stieg von etwa 330 000 im Jahr 1960 auf 2,6 Millionen im Jahr 1973.
1973 gab es eine Wirtschaftskrise. Deshalb stoppte Deutschland die Anwerbung. Heute fehlen wieder viele Arbeitskräfte. Seit März 2020 macht das Fachkräfteeinwanderungsgesetz es für Fachkräfte aus Ländern außerhalb der EU leichter, in Deutschland zu arbeiten. Beschlossen wurde das Gesetz schon 2019.