LESEN · Natur & Umwelt

Warum schauen wir beim Klima weg?

Спека, пожежі, рекордно теплі моря — а про клімат говорять дедалі менше. Чому так і що з цим робити?

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Klima – noch ein Thema?

Wie oft sprichst du mit Freunden oder in der Schule über das Klima? Hast du das Gefühl, dass man heute mehr oder weniger darüber hört als vor ein paar Jahren? Woran könnte das liegen?

🇺🇦 Українською Подумай (або обговоріть у парі): чи говорять навколо тебе про зміну клімату? Як гадаєш, чому людям буває важко думати про цю проблему щодня?

Vor einigen Jahren war das Klima das große Thema – auf Schulhöfen, auf den Straßen und in den Nachrichten. Heute ist es erstaunlich still darum geworden, obwohl sich die Lage verschlechtert hat. Woran liegt das?

Vom Schulstreik zur Stille

Im August 2018 setzte sich die schwedische Schülerin Greta Thunberg mit einem selbst gemalten Schild vor das Parlament in Stockholm. Darauf stand: Schulstreik fürs Klima. Aus diesem kleinen Protest wurde die weltweite Bewegung „Fridays for Future“. Schon ein Jahr später gingen Millionen junger Menschen auf die Straße, und viele Erwachsene machten mit. Manche Gruppen griffen zu härteren Mitteln: Sie klebten sich auf Straßen fest oder warfen Kartoffelbrei auf Gemälde in Museen.

Fridays for Future demonstriert in Berlin, September 2021.
Fridays for Future demonstriert in Berlin, September 2021. Foto: Leonhard Lenz, CC0, Wikimedia Commons

Rund acht Jahre später sind die Plakate fast verschwunden, und auch in den Zeitungen liest man seltener über das Klima. Dabei ist das Problem keineswegs gelöst. Laut dem jüngsten Klimabericht der EU erwärmt sich Europa schneller als jeder andere Kontinent, nämlich doppelt so schnell wie die Erde insgesamt. 2025 gehörte zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Messungen. In Spanien wurden bei Hitzewellen fast 50 Grad gemessen, es gibt immer mehr schwere Waldbrände, die Meere sind so warm wie nie, und die Flächen mit Eis und Schnee schrumpfen. Trotzdem ergab eine weltweite Umfrage Anfang 2026, dass das Klima nicht mehr zu den größten Sorgen der Menschen zählt.

Zu viele Krisen auf einmal

Thomas Brudermann ist Psychologe und forscht an der Universität Graz in Österreich zum Thema Nachhaltigkeit. Seine Diagnose: Wir sind abgestumpft. Auf der Welt gibt es so viele Kriege und Konflikte, dass wir uns an schlechte Nachrichten gewöhnt haben – und die Klimakrise rutscht nach hinten.

Auch die Politik tut sich mit dem Thema schwer, meint der Forscher. Wer unangenehme Wahrheiten ausspricht und keine einfache Lösung anbietet, gewinnt selten Wahlen. Viele Klimaschutzmaßnahmen kosten den Staat zuerst Geld und lohnen sich erst später. Andere verlangen von den Bürgern Verzicht: weniger Auto fahren, keine Fernreisen. Solche Forderungen kommen bei den Wählerinnen und Wählern schlecht an. Viele Politikerinnen und Politiker schieben das Thema deshalb lieber auf – oder setzen auf Technik, die es noch gar nicht gibt. Brudermann hält das für unrealistisch.

Das Klima, erklärt er, funktioniert nämlich wie eine Reihe von Dominosteinen: Fällt ein Stein, reißt er die nächsten mit. Ein Beispiel: Schmilzt das Eis an den Polen, verschwinden helle Flächen, die viel Sonnenlicht zurückwerfen. Das dunkle Meer und das Gestein nehmen die Sonnenenergie dagegen auf und werden warm – so heizt sich die Erde noch schneller auf. Rückgängig machen lässt sich so eine Entwicklung nicht.

Was im Kopf passiert – und was hilft

Ein Teil des Problems steckt in unserem Kopf. Das Gehirn kümmert sich zuerst um Dinge, die dringend wirken; eine Gefahr, die nicht sofort da ist, schiebt es gern weg. Dazu kommt ein Widerspruch: Wir wissen über die Klimakrise Bescheid, leben aber oft nicht klimafreundlich. In der Psychologie heißt das „kognitive Dissonanz“. Weil es anstrengend ist, das eigene Verhalten zu ändern, verdrängen wir das Problem lieber. Und wenn alle ein bisschen verantwortlich sind, fühlt sich jeder Einzelne schnell machtlos: Was bringt mein Verzicht, wenn die anderen weitermachen wie bisher?

Was kann man tun? Brudermann rät, bewusst auszuwählen, welche Informationen man an sich heranlässt – zum Beispiel, ob man in sozialen Netzwerken Menschen folgt, die ständig Kreuzfahrten machen, oder lieber solchen, die nachhaltig leben. Außerdem sollte man weniger über Verzicht reden und mehr über das, was man gewinnt: Wer Rad fährt, fühlt sich fitter, und eine Zugfahrt ist oft entspannter als viele Stunden auf einem engen Flugzeugsitz.

Allein schaffen das die Bürger aber nicht. Wer das Auto stehen lassen will, braucht Radwege, Busse und Züge – und dafür ist die Politik zuständig. Deshalb sollten Menschen ihre Wünsche laut äußern, meint Brudermann. Wenn viele einen neuen Radweg fordern, setzt sich die Politik eher dafür ein.

Windräder bei Dülmen in Nordrhein-Westfalen.
Windräder bei Dülmen in Nordrhein-Westfalen. Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

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BewegungUmfrageunbeliebtDominosteineverdrängenRadwege
1) 2018 entstand aus einem Schulstreik eine weltweite .
2) Eine zeigt: Das Klima gehört nicht mehr zu den größten Sorgen.
3) Politiker, die Verzicht fordern, sind schnell .
4) Das Klima funktioniert laut Brudermann wie .
5) Statt ihr Verhalten zu ändern, viele Menschen das Problem.
6) Ohne gute , Busse und Züge kann man schwer auf das Auto verzichten.

Gründe und Tipps

Що, за словами Брудерманна, є причиною того, що ми відводимо погляд, а що може допомогти? Розклади картки по кошиках.

Und bei uns?

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🇺🇦 Підказка Корисні звороти: Für mich spielt … eine große / kleine Rolle. Bei uns wird über … gesprochen. Am meisten überzeugt mich …, weil … Ich selbst könnte … Von der Stadt würde ich mir wünschen, dass …

Wörter aus dem Text

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Fertig!

Fridays for Future begann 2018 mit einem Schulstreik in Stockholm und wurde schnell weltweit bekannt. Europa erwärmt sich doppelt so schnell wie die Erde insgesamt. Der Grazer Forscher Thomas Brudermann erklärt, warum viele das Thema trotzdem verdrängen. Deutschland setzt mit der Energiewende auf Strom aus Wind, Sonne und Wasser.

🇺🇦 Українською Рух Fridays for Future почався 2018 року зі шкільного страйку в Стокгольмі й швидко став відомим в усьому світі. Європа нагрівається вдвічі швидше, ніж Земля загалом. Дослідник з австрійського Граца Томас Брудерманн пояснює, чому багато людей усе одно витісняють цю тему з думок. Німеччина робить ставку на «енергетичний поворот» — електроенергію з вітру, сонця й води.