Im Deutschkurs lernt man Hochdeutsch. Aber wer durch Deutschland, Österreich oder die Schweiz reist, hört viele Wörter, die in keinem Lehrbuch stehen. Die Zeitschrift Deutsch perfekt hat ihre Leserinnen und Leser nach ihren Lieblingswörtern im Dialekt gefragt. Hier ist eine kleine Auswahl.
Fangen wir mit dem Grüßen an. Im Norden Deutschlands sagt man Moin – und zwar nicht nur am Morgen, sondern zu jeder Tageszeit, sogar nachts. Eine Theorie: Das Wort kommt vom plattdeutschen moi, also „schön“ oder „gut“. Wer sich in Württemberg oder in Franken verabschiedet, sagt vielleicht Adele. Die schwäbische Endung -le macht den Gruß klein und besonders freundlich.
Ein echtes Multitalent ist das bayerische Basst scho – die kurze Form von „Das passt schon“. Damit kann man fast alles sagen: von „Alles in Ordnung“ bis „Lass mich in Ruhe!“. Wie man es meint, hört man am Ton. Beim Bezahlen bedeutet es oft: Das Wechselgeld können Sie behalten. Typisch für den Süden ist auch das kleine Wort fei. Es macht einen Satz stärker: Pass fei auf! Seine Wurzeln sind überraschend: Es kommt vom lateinischen finis („Ende“) und kam über das französische fin ins Deutsche.
Bei Jugendlichen in Österreich und Bayern hört man ständig Oida, die Dialektform von „Alter“. Man sagt es zum Beispiel überrascht oder begeistert. 2018 hat man es in Österreich sogar zum Jugendwort des Jahres gewählt. Ganz anders klingt das Alemannische, das man im Südwesten des deutschen Sprachraums spricht, zum Beispiel in Baden-Württemberg, in der Schweiz und in Liechtenstein. Dort heißt „gewesen“ einfach gsi: I bin gsi.
Viele Dinge haben je nach Region einen anderen Namen. Die Kartoffel ist in Österreich und in der Schweiz auch ein Erdapfel. In der Pfalz und in Rheinhessen sagt man Krumbeer, nach dem alten Wort Grundbirne. Ein Marienkäfer heißt in Thüringen Mufferküpchen. Und den süßen Mann aus Hefeteig, den die Bäckereien vor Weihnachten verkaufen, nennt man rund um Karlsruhe in Baden-Württemberg Dambedei.
In den Bergen Bayerns und Österreichs geht man nicht nur wandern – man kraxelt. Das Wort bedeutet anstrengendes Klettern. In Süddeutschland nennt man den Partner, die Partnerin oder das Kind liebevoll Spatzl. Wer in Norddeutschland zu viele unnötige Dinge in der Wohnung hat, hat Tüddelkram. Und wer klug ist, ist im Norden plietsch.
Zum Schluss ein Test für Ihre Aussprache: Oachkatzlschwoaf. So heißt in Bayern und Österreich der Schwanz des Eichhörnchens. Viele Deutsche können das Wort selbst nicht richtig aussprechen. In Südtirol benutzt man es sogar als Test: Wer es sagen kann, versteht den Dialekt wirklich.