Ein kurzer Blick aufs Display, und schon ist das Handy entsperrt. Ein Finger auf den Scanner, und die Tür geht auf. Hinter solchen kleinen Wundern steckt die Biometrie.
Das Wort kommt aus dem Griechischen: „bios“ bedeutet Leben, „metron“ bedeutet Maß. Bei der Biometrie werden also Menschen vermessen. Das Ziel: Man will einen Menschen sicher von allen anderen unterscheiden. Das funktioniert so: Ein Sensor misst bestimmte Merkmale einer Person. Danach vergleicht ein Computer diese Daten mit Daten, die er schon gespeichert hat. Passen sie zusammen, weiß das Programm genau, wer vor ihm steht.
Was einen Menschen einzigartig macht
Aber nicht jedes Merkmal ist dafür geeignet. Braune Haare haben sehr viele Menschen, und 1,80 Meter groß sind auch viele. Man braucht also Merkmale, die bei jedem Menschen anders sind und sich im Laufe des Lebens nicht verändern.
Das bekannteste Beispiel ist der Fingerabdruck. Sieh dir einmal deine Fingerkuppe genau an: Feine Linien bilden dort ein Muster, und dieses Muster ist sogar bei Zwillingen verschieden. Auch die Iris – der farbige Ring um die Pupille – sieht bei jedem Menschen ein bisschen anders aus. Und dann ist da noch das Gesicht. Ein Computer kann zum Beispiel den Abstand zwischen den Augen oder zwischen Nase und Mund genau berechnen.
Biometrie im Alltag
Viele Smartphones kann man heute mit dem Fingerabdruck oder mit dem Gesicht entsperren. Bei manchen Türen braucht man keinen Schlüssel mehr: Man legt den Finger auf einen Scanner, und wenn der Abdruck gespeichert ist, öffnet sich das Schloss. Auch Firmen schützen sich so vor Unbefugten. Der Grund: Eine PIN oder ein Passwort kann man stehlen oder knacken. Bei biometrischen Merkmalen ist das viel schwieriger.
Auch moderne Reisepässe sind biometrisch. Sie haben einen Chip, und darin sind Fingerabdrücke und ein spezielles Foto gespeichert. So soll niemand mit einem falschen Pass über die Grenze kommen. An manchen Flughäfen und Bahnhöfen gibt es außerdem eine Gesichtserkennung: Kameras filmen die Menschen, und ein Computer vergleicht ihre Gesichter mit Fotos von Personen, nach denen die Polizei sucht. Die Polizei arbeitet auch schon lange mit Fingerabdrücken. So hat sie viele Täter gefunden – aber auch viele Unschuldige entlastet.
Hundertprozentig sicher ist aber auch die Biometrie nicht. Und manchmal macht der Sensor einfach einen Messfehler: Man fährt zehnmal mit dem Finger über das Display – und das Handy erkennt einen trotzdem nicht.