LESEN · Natur & Umwelt

206 Tage allein unter Vögeln

Хатинка на палях, тисячі птахів і жодного сусіда. Як орнітологиня прожила майже сім місяців сама на острові в Північному морі.

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Allein auf einer Insel

Stell dir vor: Du lebst sieben Monate allein auf einer kleinen Insel. Es gibt keine Nachbarn, kein Geschäft, keine Waschmaschine. Was würde dir am meisten fehlen? Was würde dir vielleicht sogar gefallen?

🇺🇦 Українською Уяви, що тобі запропонували пів року прожити на безлюдному острові й спостерігати за птахами. Ти погодився б (погодилася б)? Які три речі ти взяв би (взяла б) з собою?

Ende Januar bringt ein Boot Mareike Espenschied auf eine kleine Insel in der Nordsee. Danach ist sie allein – 206 Tage lang. Ihre einzigen Nachbarn: Tausende Vögel.

Die Insel heißt Trischen und liegt im Wattenmeer, rund 14 Kilometer vor der Küste von Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Man nennt sie auch die „wandernde Insel“, denn sie verändert ständig ihre Lage. Trischen ist eine Vogelinsel und streng geschützt: Betreten darf sie nur eine einzige Person, die Naturschutzwartin des NABU. In diesem Jahr war das Mareike Espenschied, eine Ornithologin aus Freiburg.

Die Insel Trischen von oben.
Die Insel Trischen von oben. Foto: Ralf Roletschek, CC BY-SA 3.0 de, Wikimedia Commons

Warum macht man so etwas? Für Espenschied hat es einfach gepasst: Sie war damals nur befristet angestellt und hatte keine privaten Verpflichtungen – keine Kinder, keine Angehörigen, die Pflege brauchen. Sie wollte etwas Sinnvolles tun. Und sie suchte eine Herausforderung: Schaffe ich das? Wo sind meine Grenzen?

Leben auf 15 Quadratmetern

Ihr Zuhause war eine Hütte auf Stelzen, nur 15 Quadratmeter groß. Strom kam von einer Solaranlage, geheizt wurde mit einem Holzofen. Drinnen gab es eine kleine Küchenzeile, einen Schreibtisch, ein Bett und Regale voller Bücher; aus jedem Fenster sah man das Meer oder die Salzwiese. Zum Waschen ging sie ins Meer oder benutzte einen Duschsack, den sie in die Sonne legte, damit das Wasser warm wurde. Sehr minimalistisch – aber sie fand es gemütlich. Gefehlt hat ihr nur eine Waschmaschine.

Ihr Tag begann kurz vor Sonnenaufgang. Vom Umlauf der Hütte aus zählte sie zuerst die Zugvögel. Nach dem Frühstück lief sie die Insel von der Süd- bis zur Nordspitze ab und notierte alles Auffällige, zum Beispiel tote Vögel. Ihre wichtigste Aufgabe war es herauszufinden, welche Vogelarten auf Trischen brüten und wie viele. Alle zwei Wochen kam eine große Zählung der Rastvögel dazu, außerdem Wetterdaten und Messungen. Abends kochte sie, schrieb für ihren Blog und trug alle Vogelarten des Tages in eine Liste ein.

Ein Schwarm Watvögel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Ein Schwarm Watvögel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Stephan Sprinz, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Natur bestimmt den Takt

Einfach war es nicht immer. Einmal blieb Espenschied mit dem Gummistiefel in einem Priel stecken, ein anderes Mal sank sie im Watt bis zum Knie ein. Auf Trischen, sagt sie, muss man sich der Natur und dem Wetter unterordnen. Sehr wichtig war Axel, der Mann, der einmal pro Woche Vorräte brachte. Meist kam er bei Hochwasser und konnte erst zurückfahren, wenn das Wasser nach der Ebbe wieder hoch genug war – Zeit für ein Frühstück oder einen Kaffee auf dem Boot. Bei schlechtem Wetter musste sie manchmal mehrere Tage auf ihn warten. Telefonieren konnte sie fast täglich, wenn sie die Stelle mit dem besten Empfang fand.

Die Einsamkeit hat sie vor allem positiv erlebt, auch wenn es manchmal unangenehm war, ständig mit sich selbst konfrontiert zu sein. Das Leben unter Vögeln sei entschleunigter, aber auf Menschen möchte sie nicht verzichten. Sie habe gemerkt: Sie ist keine geborene Eremitin. Nach sieben Monaten war es für sie in Ordnung zu gehen – die Tage wurden kürzer, das Wetter rauer. Noch einmal würde sie nicht auf die Insel gehen; die Erfahrung soll etwas Einmaliges bleiben. Zurück auf dem Festland hat sie zuerst eine Pizza gegessen und sehr lange geduscht. Das einzige Problem in der Zivilisation: Sie hatte die Geheimzahl ihrer Kreditkarte vergessen.

Worum geht es?

а) Обери правильну відповідь.

б) Який заголовок пасує до якого абзацу? Номери абзаців — у тексті (кнопка «📄 Text»).

Richtig, falsch oder nicht im Text?

Прочитай твердження. Якщо в тексті про це нічого не сказано — обирай «steht nicht im Text».

Ein Tag auf Trischen

Розстав події звичайного дня Mareike Espenschied у правильному порядку. Натискай речення по черзі; натиснеш на вже поставлене — воно повернеться вниз.

Wortschatz

а) Знайди німецьке пояснення до слова з тексту.

б) Встав слова з рамки у правильній формі.

HerausforderungEinsamkeitgemütlichbrütenVorräteEmpfang
1) Sieben Monate allein zu leben ist eine große .
2) Die Hütte war klein, aber sehr .
3) Im Frühling viele Vögel auf der Insel.
4) Einmal pro Woche brachte Axel neue .
5) Nicht überall auf der Insel hatte das Handy guten .
6) Die war für sie meistens etwas Positives.

Und du?

Напиши відповіді німецькою (5–7 речень на кожне питання). Вставляти текст не можна — пиши сам(а).

🇺🇦 Підказка Корисні звороти: Ich würde … mitnehmen, weil …, Ohne … könnte ich nicht leben, Am schwierigsten wäre für mich …, Ich glaube (nicht), dass ich …, Als Erstes würde ich …

Wörter aus dem Text

Усі слова з перекладом із цієї статті. ☆ — додати до «моїх слів» (зберігається в цьому браузері). «Картки» — швидка самоперевірка.

Fertig!

Trischen ist eine streng geschützte Vogelinsel im Wattenmeer. Nur eine Naturschutzwartin des NABU darf dort leben – sie zählt Vögel und dokumentiert, welche Arten brüten. Das Wattenmeer ist UNESCO-Weltnaturerbe, und Ebbe und Flut bestimmen dort das Leben.

🇺🇦 Українською Тришен — суворо охоронюваний пташиний острів у Ваттовому морі. Жити там може лише наглядачка заповідника від NABU: вона рахує птахів і записує, які види там гніздяться. Ваттове море — об'єкт Світової природної спадщини ЮНЕСКО, і життя там підпорядковане припливам і відпливам.