„Kannst du mir mal … das Ding da geben?“ Solche Sätze hört man in jeder Sprache. Viele Gegenstände benutzen wir täglich, ohne ihren Namen zu kennen. Dabei gibt es im Deutschen auch für viele kleine Teile ein eigenes Wort – nur kennen es oft nicht einmal Muttersprachler.
Eine Redakteurin von Deutsch perfekt hat von ihrer Mutter einen Trick gelernt: Wenn man das richtige Wort nicht kennt, erfindet man einfach eines, das erklärt, was das Ding tut. Der Flaschenöffner wird so zum „Mach-mich-auf“, der Schuhlöffel zum „Hilf-mir-rein“. Das ist kreativ, klingt aber ein bisschen hilflos. Deshalb lohnt es sich, die echten Namen zu lernen.
Beim Einkaufen
Wer im Supermarkt einen Einkaufswagen nehmen will, steckt oft eine Münze in das Pfandschloss. An der Kasse legt man den Warentrenner auf das Kassenband, damit sich der eigene Einkauf nicht mit dem der nächsten Person vermischt. Und eine Tüte mit Brotscheiben lässt sich mit einem kleinen Plastikteil wieder verschließen: dem Clipband.
Schuhe, Kleidung, Brille
Am Ende jedes Schnürsenkels sitzt ein kleines Stück Plastik oder Metall: die Nadel – ist sie aus Metall, sagt man auch Pinke. An den Bändern von Kapuzenpullovern heißen solche Enden Aglets. Die kleine Schlaufe hinten am Schuh, durch die man den Finger steckt, um leichter hineinzukommen, ist die Zugschlaufe.
Gürtel und Armbänder hält die Dornschließe zusammen: Ihr spitzes Metallstück, der Dorn, wird in ein Loch gesteckt. Die kleinen Zähne eines Reißverschlusses nennt man Krampen. Und wer eine Brille trägt, hat zwei Stegplättchen auf der Nase – kleine ovale Plastikteile, auf denen die Brille hoffentlich bequem sitzt.
In Küche und Werkzeugkasten
Der Wasserkocher steht auf einem Aufheizsockel, über den er Strom bekommt. Beim Löffel heißt der vordere Teil, auf dem das Essen zum Mund wandert, die Laffe. Beim Schlüssel nennt man den Griff, den man in der Hand hält, Reide; die Zähne bilden den Bart. Und die schmale, spitze Seite eines Hammers ist die Finne.
Ein Wort für einen Geruch
Manche Wörter beschreiben gar keine Gegenstände. Wenn es nach einem warmen Tag zu regnen beginnt, riecht die Luft oft ganz besonders – nach nasser Erde und Stein. Für diesen Geruch gibt es ein eigenes Wort: Petrichor. Es ist aus zwei griechischen Wörtern gebildet und wird auch in anderen Sprachen verwendet.
Mit diesen Wörtern kann man im Alltag viel präziser sprechen – und Freunde beeindrucken. Die Redakteurin selbst freut sich vor allem über eines: Im Supermarkt muss sie nicht mehr nach dem „Tu-mich-rein“ (Pfandschloss) und dem „Mach-mich-zu“ (Clipband) fragen.