Regel
Gebrauch des Konjunktivs I: indirekte Rede
Mit der indirekten Rede erzählen wir weiter, was eine andere Person gesagt, geschrieben oder gefragt hat. In Nachrichten, Zeitungen und Berichten steht dann meistens der Konjunktiv I. Er zeigt: Das ist nicht meine Meinung, ich berichte nur.
Tim sagt: „Ich bin krank.“ → Tim sagt, er sei krank.
Dabei ändern sich oft auch die Pronomen, die Orts- und Zeitangaben und die Satzzeichen. Fragen und Bitten bekommen eine eigene Form.
Wozu Konjunktiv I? Distanz zur direkten Rede
| Direkte Rede | Indirekte Rede |
|---|---|
| Die Direktorin sagt: „Die Schule bekommt neue Computer.“ | Die Direktorin sagt, die Schule bekomme neue Computer. |
| Der Trainer erklärt: „Das Spiel ist abgesagt.“ | Der Trainer erklärt, das Spiel sei abgesagt. |
| Lea erzählt: „Ich habe einen neuen Hund.“ | Lea erzählt, sie habe einen neuen Hund. |
Wer berichtet, gibt oft nicht jedes Wort wieder, sondern nur das Wichtigste – kürzer und sachlicher.
Laut Polizei sei der Fahrer viel zu schnell gefahren.
Konjunktiv I in der indirekten Rede heißt: „Das sagt ein anderer – nicht ich.“
Mit oder ohne dass: die Einleitung
Die indirekte Rede beginnt mit einer Einleitung: sagen, erzählen, berichten, erklären, meinen, antworten, schreiben, behaupten, mitteilen. Danach gibt es zwei Möglichkeiten:
| mit dass – Verb am Ende | ohne dass – Verb auf Position 2 |
|---|---|
| Anna sagt, dass sie keine Zeit habe. | Anna sagt, sie habe keine Zeit. |
| Er schreibt, dass das Hotel sehr schön sei. | Er schreibt, das Hotel sei sehr schön. |
Bei einem längeren Bericht steht dass höchstens im ersten Satz. Die weiteren Sätze sind Hauptsätze im Konjunktiv I – er zeigt schon allein, dass alles noch zur Rede gehört.
Lena schreibt, dass sie gut in Berlin angekommen sei. Das Hotel liege im Zentrum, und morgen wolle sie ins Museum gehen.
dass → Verb am Ende. Ohne dass → Verb auf Position 2. Im langen Bericht: dass nur am Anfang.
Pronomen: Wer spricht, zu wem, wer berichtet?
In der indirekten Rede ändern sich Personal- und Possessivpronomen. Frag dich immer: a) Wer spricht? b) Zu wem? c) Wer erzählt es weiter?
| Direkte Rede | Indirekte Rede |
|---|---|
| Anna: „Ich suche mein Handy.“ | Anna sagt, sie suche ihr Handy. |
| Anna zu Ben: „Ich rufe dich an.“ | Anna sagt zu Ben, sie rufe ihn an. |
| Anna zu mir: „Ich rufe dich an.“ | Anna sagt, sie rufe mich an. |
| Der Trainer zu uns: „Ihr habt gut gespielt.“ | Der Trainer sagt, wir hätten gut gespielt. |
| Die Kinder: „Wir haben unseren Hund sehr lieb.“ | Die Kinder sagen, sie hätten ihren Hund sehr lieb. |
| Der Bürgermeister: „Unsere Stadt wird grüner.“ | Der Bürgermeister sagt, die Stadt werde grüner. |
Pronomen sinngemäß ändern: ich → er/sie, mein → sein/ihr, du → ich / er / sie …
Anreden und Ausrufe fallen weg: bejahen, ablehnen, danken
Anreden (Liebe Eltern, Hallo, Leute), Ausrufe (Wow! Oh nein!) und spontane Wörter wie ja, nein, danke wiederholt man in der indirekten Rede meistens nicht. Man sagt mit einem passenden Verb, was die Person getan hat.
| Direkte Rede | Indirekte Rede / Bericht |
|---|---|
| „Liebe Eltern, vielen Dank für Ihre Hilfe!“ | Die Direktorin dankte den Eltern für ihre Hilfe. |
| „Ja, das stimmt.“ | Er bejahte die Frage. / Er stimmte zu. |
| „Nein, das habe ich nicht gesagt.“ | Sie verneinte das. |
| „Nein, danke, ich komme nicht mit.“ | Mia lehnte die Einladung ab. |
| „Herzlichen Glückwunsch!“ | Er gratulierte ihr. |
| „Entschuldigung! Ich bin zu spät.“ | Sie entschuldigte sich für die Verspätung. |
| „Wow, wie toll!“ | Er freute sich sehr. |
Damit alles klar bleibt, darf man auch Namen wiederholen statt Pronomen:
Tom zu Paul: „Du hast mein Buch.“ → Tom sagt, Paul habe sein Buch.
Anreden und Ausrufe weglassen – die Absicht mit einem Verb ausdrücken: bejahen, verneinen, ablehnen, zustimmen, danken, grüßen …
Ort und Zeit: aus morgen wird am nächsten Tag
Berichtet man an einem anderen Tag oder an einem anderen Ort, müssen die Orts- und Zeitangaben sinngemäß geändert werden.
| Direkte Rede | Indirekte Rede (später / woanders) |
|---|---|
| heute | an diesem Tag, am selben Tag |
| morgen | am nächsten Tag, am folgenden Tag |
| übermorgen | zwei Tage später |
| gestern | am Tag davor, am Vortag |
| nächste Woche | in der folgenden Woche, eine Woche später |
| letztes Jahr | im Jahr davor, im Vorjahr |
| jetzt | damals, in diesem Moment |
| hier / hierher | dort / dorthin |
Am Freitag sagte Paul: „Morgen fahre ich nach Wien.“
→ (am Montag erzählt) Paul sagte, er fahre am nächsten Tag (= am Samstag) nach Wien.
Aber am selben Tag: Paul sagt, er fahre morgen nach Wien.
Ort und Zeit nur dann ändern, wenn der Bericht an einem anderen Tag oder Ort stattfindet.
Welche Form? Konjunktiv I, Konjunktiv II oder würde
Die Reihenfolge ist immer gleich:
1. Man nimmt den Konjunktiv I.
2. Ist der Konjunktiv I gleich wie der Indikativ (oft bei ich, wir, sie Plural), nimmt man den Konjunktiv II.
3. Ist auch der Konjunktiv II gleich wie das Präteritum (schwache Verben), nimmt man würde + Infinitiv.
4. Steht schon in der direkten Rede ein Konjunktiv II, bleibt er.
| Direkte Rede | Konjunktiv I | Indirekte Rede |
|---|---|---|
| er kommt | er komme | Er sagt, er komme. |
| sie (Pl.) kommen | sie kommen = Indikativ ✗ | Sie sagen, sie kämen. |
| sie (Pl.) haben | sie haben = Indikativ ✗ | Sie sagen, sie hätten Zeit. |
| sie (Pl.) spielen | sie spielen ✗ → spielten = Präteritum ✗ | Sie sagen, sie würden Tennis spielen. |
| er kann / sie (Pl.) können | er könne / sie können ✗ | er könne – sie könnten |
| er ist / sie (Pl.) sind | er sei / sie seien | er sei – sie seien (immer Konjunktiv I) |
| „Ich wäre gern Pilot.“ | — | Er sagt, er wäre gern Pilot. |
Konjunktiv I – wenn er wie der Indikativ klingt, Konjunktiv II – wenn der wie das Präteritum klingt, würde + Infinitiv. Konjunktiv II aus der direkten Rede bleibt.
Vergangenheit und Zukunft: habe gemacht, sei gefahren, werde kommen
Die indirekte Rede hat nur drei Zeitstufen. Für alle Vergangenheitsformen (Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt) gibt es nur eine Form: habe/sei + Partizip II.
| Direkte Rede | Indirekte Rede (er) | Indirekte Rede (sie, Pl.) |
|---|---|---|
| „Ich lerne.“ | er lerne | sie würden lernen |
| „Ich lernte / habe gelernt / hatte gelernt.“ | er habe gelernt | sie hätten gelernt |
| „Ich ging / bin gegangen / war gegangen.“ | er sei gegangen | sie seien gegangen |
| „Ich werde lernen.“ | er werde lernen | sie würden lernen |
Max erzählt: „Ich verpasste den Bus.“ → Max erzählt, er habe den Bus verpasst.
Die Mädchen sagten: „Wir waren im Kino.“ → Sie sagten, sie seien im Kino gewesen.
Die Zeit der Einleitung (sagt oder sagte) ändert die Form nicht: Er sagt / sagte, er sei krank – er war im Moment des Sprechens krank.
Gegenwart: sei, habe, komme. Vergangenheit: habe / sei + Partizip II. Zukunft: werde + Infinitiv.
Die indirekte Frage: ob oder Fragewort
Eine indirekte Frage ist ein Nebensatz: Das Verb steht am Ende. Typische Einleitungen: fragen, wissen wollen, sich erkundigen.
| Direkte Frage | Indirekte Frage |
|---|---|
| „Kommst du mit?“ (ohne Fragewort) | Tom fragt Lisa, ob sie mitkomme. |
| „Wann beginnt der Film?“ | Sie fragt, wann der Film beginne. |
| „Wie lange bleibst du?“ | Er fragt Anna, wie lange sie bleibe. |
| „Welches Buch liest du?“ | Er fragt Paul, welches Buch er lese. |
Ja/Nein-Frage → ob. Frage mit Fragewort → dasselbe Fragewort. Verb am Ende.
Der Imperativ: mögen und sollen
Den Imperativ gibt man in der indirekten Rede mit Modalverben wieder:
| Direkter Imperativ | Indirekter Imperativ |
|---|---|
| höfliche Bitte: „Hilf mir bitte!“ | Oma bittet mich, ich möge ihr helfen. |
| höfliche Bitte: „Nehmt bitte Platz!“ | Sie bittet die Gäste, sie möchten Platz nehmen. |
| Aufforderung/Befehl: „Mach das Handy aus!“ | Der Lehrer sagt zu Max, er solle das Handy ausmachen. |
| Aufforderung/Befehl: „Seid leise!“ | Der Lehrer sagt, wir sollten leise sein. |
Oft geht es auch kürzer mit einem Infinitiv mit zu: Oma bittet mich, ihr zu helfen.
Bitte → mögen (möge / möchten). Befehl, Aufforderung → sollen (solle / sollten).
Konjunktiv I als Aufforderung: Es lebe …, Man nehme …
Mit dem Konjunktiv I (3. Person) kann man auch einen Wunsch oder eine allgemeine Aufforderung ausdrücken – ohne indirekte Rede. Das klingt feierlich oder sachlich.
| Beispiel | Wo? |
|---|---|
| Es lebe die Freundschaft! | Toast, Rede, Fest |
| Gott sei Dank! | fester Ausdruck im Alltag |
| Man nehme 200 g Mehl, zwei Eier und etwas Milch. | altes Rezept |
| Die Strecke AB sei 6 cm lang. | Mathematik |
| Seien wir ehrlich: Das war nicht gut. | Aufforderung an alle (wir) |
Satzzeichen: Doppelpunkt, Anführungszeichen, ? und ! fallen weg
| Direkte Rede | Indirekte Rede |
|---|---|
| Er sagt: „Ich komme später.“ | Er sagt, er komme später. |
| „Ich komme später“, sagt er. | Er komme später, sagt er. |
| Sie fragt: „Hast du Zeit?“ | Sie fragt, ob ich Zeit hätte. |
| Er ruft: „Hilf mir!“ | Er ruft, ich solle ihm helfen. |
Nach der Einleitung steht nur ein Komma. Fragezeichen und Ausrufezeichen fallen weg – am Ende steht ein Punkt.
Üb. 1
Neues aus der Schule
Статтю зі шкільної газети написано в непрямій мові. Натисни всі дієслова в кон'юнктиві (Konjunktiv I або II, включно з würden), які показують, що це чужі слова. Дієслова вступу (sagt, erklärte…) і прямої мови в лапках не натискай.
Unsere Direktorin, Frau Keller, erklärte am Montag, die Schule bekomme im Herbst einen neuen Computerraum. Die Arbeiten hätten schon begonnen und würden bis Oktober dauern. Der Hausmeister sagt, er sei sehr zufrieden. Viele Schüler fragen, ob es auch neue Tablets gebe. Frau Keller antwortete, das wisse sie noch nicht. Wer eine gute Idee habe, solle der Schülervertretung schreiben. Ein Lehrer meinte nur lachend: „Endlich kann ich im Unterricht Videos zeigen!“ Unsere Schülerzeitung war bei dem Gespräch dabei.
Üb. 2
Was bleibt, was fällt weg?
Обери правильний варіант: що відбувається зі звертаннями, вигуками, «так/ні» і розділовими знаками в непрямій мові.
Üb. 3
Wer ist wer?
Впиши правильний займенник (або дієслово в 11–12). Подумай: хто говорить, до кого, і хто переказує. «Ich» у переказі — це ти.
→ Anna sagt, sei müde.
→ Ben erzählt, Bruder spiele Gitarre.
→ Die Kinder rufen, hätten Hunger.
→ Lisa sagt zu Tom, sie rufe morgen an.
→ Lisa sagt, sie helfe .
→ Meine Eltern sagen, sie seien stolz auf .
→ Der Trainer sagt, hätten super gespielt.
→ Der Trainer sagt, Team sei das beste.
→ Oma schreibt, sie vermisse .
→ Paul sagt zu Mia, Fahrrad stehe vor Haus.
→ Tim sagt, dass er heute nicht .
→ Sara erzählt, dass Katze weg .
Üb. 4
Am Montag erzählt
У п'ятницю друзі щось сказали тобі в парку. У понеділок у школі ти переказуєш це класу. Обери правильне слово для часу й місця. В останньому реченні — увага — ти переказуєш того ж дня.
→ Paul sagte, er fahre zu seiner Tante.
→ Lea sagte, sie habe keine Zeit.
→ Emma sagte, sie sei krank gewesen.
→ Mia sagte, sei es sehr schön.
→ Jonas sagte, sie würden einen Test schreiben.
→ Sofia erzählte, sie sei in Italien gewesen.
→ Max sagte, er habe Geburtstag.
→ Herr Braun sagte, er arbeite schon zehn Jahre.
→ Lisa sagt, sie sei so müde.
Üb. 5
Konjunktiv I oder Konjunktiv II?
Це форми з прямої мови. Яку форму візьмеш у переказі: вистачить Konjunktiv I чи він збігається з Indikativ і потрібен Konjunktiv II? («ich» — це той, хто переказує: Er sagt, ich …)
Üb. 6
Die richtige Form
1–10: впиши дієслово в непрямій мові (одне слово). 11–17: минуле й майбутнє — впиши обидві частини дієслова.
| Direkte Rede | Indirekte Rede | |
|---|---|---|
| 1 | „Ich spiele Fußball.“ | Er sagt, er Fußball. |
| 2 | „Wir spielen Fußball.“ | Sie sagen, sie Fußball spielen. |
| 3 | „Ich kann nicht kommen.“ | Er sagt, er nicht kommen. |
| 4 | „Wir können nicht kommen.“ | Sie sagen, sie nicht kommen. |
| 5 | „Ich bin krank.“ | Sie sagt, sie krank. |
| 6 | „Wir sind krank.“ | Sie sagen, sie krank. |
| 7 | „Ich habe Hunger.“ | Er sagt, er Hunger. |
| 8 | „Wir haben Hunger.“ | Sie sagen, sie Hunger. |
| 9 | „Ich wäre gern Pilot.“ | Er sagt, er gern Pilot. |
| 10 | „Ich weiß es nicht.“ | Sie sagt, sie es nicht. |
→ Max sagt, er den Bus .
→ Die Mädchen sagen, sie im Kino .
→ Lena erzählt, sie mit dem Rad zur Schule .
→ Die Jungen sagen, sie das Spiel .
→ Ella sagt, sie mich am Abend .
→ Die Gäste versprechen, sie pünktlich .
→ Jan erzählt, der Film schon .
Üb. 7
Er fragt, ob …
Переклади пряме питання в непряме: натискай картки по черзі. Натиснеш на вже поставлену — вона повернеться назад.
Üb. 8
Bitte oder Befehl?
1–4: обери форму mögen або sollen. 5–10: допиши речення до кінця (дієслово, решта речення з правильними займенниками). Крапку можна не ставити.
→ Der Trainer ruft, wir sofort kommen.
→ Die Lehrerin bittet Max, er das Fenster öffnen.
→ Der Polizist sagt zum Fahrer, er seinen Führerschein zeigen.
→ Die Gastgeberin bittet die Gäste, sie Platz nehmen.
→ Die Mutter sagt zu Tim, er
→ Oma bittet Lisa, sie
→ Der Lehrer sagt den Schülern, sie
→ Der Trainer ruft Jonas zu, er
→ Anna bittet ihren Bruder, er
→ Der Vater sagt den Kindern, sie
Üb. 9
Direkt ↔ indirekt
1–8: переклади в непряму мову — допиши речення після коми (з dass чи без — обидва варіанти зараховуються). 9–11: навпаки — відтвори пряму мову (без лапок; знак у кінці можна не ставити).
→ Lukas sagt,
→ Emma erzählt,
→ Die Jungen sagen,
→ Frau Klein fragt Tom,
→ Der Busfahrer fragt die Frau,
→ Nina schrieb,
→ Der Kapitän
→ Die Mutter sagt zu Leon,
→ Paula sagte: „
→ Der Lehrer fragte: „
→ Oma bat: „
Fertig!
Das Wichtigste
In der indirekten Rede steht der Konjunktiv I: Er sagt, er sei krank. Ist er gleich wie der Indikativ, nimmt man den Konjunktiv II oder würde. Pronomen, Orts- und Zeitangaben ändern sich sinngemäß, Anreden, Ausrufe, Doppelpunkt und Anführungszeichen fallen weg. Fragen beginnen mit ob oder einem Fragewort, Bitten werden mit mögen, Befehle mit sollen wiedergegeben.
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